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Siddhartha gilt als meistgelesenes Werk des 20. Jahrhunderts und wurde bis heute weltweit in einer zweistelligen Millionenauflage gedruckt. Das Werk wurde besonders in den 1960er Jahren zum Kultbuch der von der fernöstlichen Kultur und Religion inspirierten jungen Generation. »Für mich bleibt Hesses Siddhartha eines der einfachsten, schönsten und tiefsten Bücher, die ich je gelesen habe. C.G. Jung langweilt mich zuweilen unsäglich, während Hesse es schafft, uns ZEN zu vermitteln, ohne das Wort überhaupt je zu erwähnen.« Henry Miller.
Siddhartha, der Brahmane Das Buch handelt von einem jungen Brahmanen namens Siddhartha und seinem Freund Govinda. Der von allen verehrte und bewunderte Siddhartha widmet sein Leben der Suche nach dem Atman, dem All-Einen, das in jedem Menschen ist.
Über den Autor:
"Siddhartha" ist in der Tat ein sehr persönliches Buch des Hermann Hesse, der auf die Figur des Brahmanensohns Siddhartha viel von seinem eigenen Streben, Zweifeln und Suchen überträgt. Biographische Elemente zu Siddhartha finden sich bereits in frühester Kindheit Hermann Hesses, welcher am 2. Juli 1877 als Sohn des baltischen Missionars und späteren Leiter des "Calwer Verlagshaus" Johannes Hesse (1847-1916) in ein intellektuell wie auch spirituell anregendes Milieu hineingeboren wurde. Der jugendliche Hermann erwies sich anfänglich als zu sensibel für die Anforderungen seiner Umwelt, was Verzweiflungshandlungen zur Folge hatte, wie etwa 1892 die Flucht aus dem evangelischen Klosterseminar in Maulbronn, in welchem Hermann ab September 1891 Seminarist gewesen war. Seine Schulkarriere ist aus heutiger Sicht nicht als Ruhmesblatt zu deuten, doch besagt der Umstand des Scheiterns eines späteren Literaturnobelpreisträgers einiges über negative Auslesemechanismen im Schulwesen jener Tage. 1894-1895 war Hermann für 15 Monate Praktikant in der Calwer Turmuhrenfabrik Perrot. 1895-1898 absolvierte Hermann Hesse eine Buchhändlerlehre in Tübingen und publizierte im Oktober 1898 sein erstes Buch "Romantische Lieder". Seine ab 1900 aufgenommene Tätigkeit als Verfasser von Artikeln und Rezensionen für die "Allgemeine Schweizer Zeitung" begründete ihm einen lokalen Ruf als begabter Schriftsteller, welcher sich ab 1904 mit der Veröffentlichung des "Peter Camenzind" über den ganzen deutschen Kulturraum ausweitete. Die Indienreise von 1911 und die psychotherapeutische Behandlung durch den C.G. Jung-Schüler J.B. Lang (ab 1916) und später (ab 1921) durch C.G. Jung persönlich sind im Hinblick auf den 1922 bei S. Fischer, Berlin, erscheinenden "Siddhartha" als werksbiographische Eckpunkte zu beachten. Hatte sich Hesse mit Kriegsbeginn 1914 noch als Freiwilliger zum Kriegsdienst gemeldet – und dafür den Befund seiner Dienstuntauglichkeit eingeheimst – so verfasste er ab 1916 zahlreiche politische Aufsätze und Mahnrufe zum kriegerischen Zeitgeschehen in deutschen, schweizerischen und österreichischen Zeitungen. Hesse, der seit 1924 wieder Staatsbürger der Schweiz war (die Schweiz war ihm immer schon eine Art Heimat gewesen), trat 1931 aus der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste aus, unter deren Mitglieder er chauvinistische Tendenzen zu erkennen meinte, womit eine Wiederauflage des Unglücks von 1914 sich anbahne. 1935 wurde der S. Fischer Verlag (Hesses Verleger) in einen von Peter Suhrkamp geleiteten reichsdeutschen Teil und in den von Gottfried Bermann Fischer geleiteten Emigrationsverlag geteilt. Erste persönliche Begegnungen mit Peter Suhrkamp im September 1936 führten in der Folge zu einer fruchtbaren Partnerschaft zwischen diesen beiden Heroen deutscher Sprachkultur. Peter Suhrkamp, den 1944 die Gestapo verhaftete, gründete 1950, nach Ermutigung durch Hesse den Suhrkamp-Verlag, welcher ab dann Hesses Werke verlegte. Das Werk Hermann Hesses wurde 1946 als Ausdruck eines anderen, eines humanistischen Deutschlands mit dem Nobelpreis für Literatur gewürdigt. Am 9. August 1962 verstarb Hermann Hesse in Montagnola, Tessin, in der Schweiz
Persönliche Eindrücke von Lesern:
Siddharta wächst als Brahmanensohn auf, geht schließlich zu den Samanas bis er „erwacht“ und ein „Kindermensch“ werden will. Zu dieser Zeit lebt er seine Triebe aus, doch er erkennt, dass er es trotzdem nicht schaffen kann ein richtiger „Kindermensch“ zu werden. Somit zieht er wieder weiter. Doch wie kann er denn sein Ziel endlich erreichen das Brahman zu finden? Kurz vor einem Selbstmordversuch hört er schließlich den Fluss zu sich sprechen. Daraufhin beschließt er zu Vasudeva zu gehen und weiterhin am Fluss zu verweilen und ihm zuzuhören. Dadurch gelangt er letztendlich auch zu der Weisheit, die er sein ganzes Leben gesucht hat.
Besonders hervorzuheben ist die Sprache in Hesses „Siddharta“. Sie wirkt stets fließend und fügt sich nahtlos aneinander an. Schon alleine deshalb fällt das Lesen leicht, auch wenn man sich vielleicht Anfangs ein wenig daran gewöhnen muss. Darüber hinaus wird dieser Roman von einem Menschen gezeichnet, der sämtliche Höhen und Tiefen gelebt hat. Er hat sein Über-Ich gelebt, sein Es und sein Ich. Zudem regt Siddharta einen in vielen Dingen zum Nachdenken an. Es werden oftmals Fragen in den Raum geworfen, die einen jeden Menschen bewegen sollten. Schon alleine deshalb ist es möglich sich in manchen Phasen mit Siddharta zu identifizieren, auch wenn das eigene Leben nicht genau so geebnet ist wie das Siddhartas. Interessant ist dieses Buch auch für diejenigen, die sich für Buddhismus und Hinduismus interessieren. Es schildert das Leben eines Menschen, der nach den Grundsätzen dieser Religionen lebt und das höchste Ziel erreichen will. Ein wenig Wissen über diese Weltreligionen ist gleichzeitig eine Grundvoraussetzung, da es manche Begriffe gibt ohne deren Kenntnis man den Inhalt nicht ganz verstehen würde.
Hermann Hesse`s Siddharta
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